Türkiye Cumhuriyeti

Münster Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

International Business Club, 01.11.2014

Grußwort des Herrn Generalkonsul Ufuk Gezer
anlässlich der IBC Gala am 01. November 2014



Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Prof. Weiler,
Sehr geehrter Herr Generalkonsul,
sehr geehrte Damen und Herren,


1. ich freue mich sehr, an dieser Veranstaltung des International Business Club teilzunehmen.

2. Es ist auch unser vorrangiges Ziel, die Bildung, den interkulturellen Dialog und die sozialen Bemühungen der Jugendlichen zu unterstützen.

3. Ich habe mein Amt als Generalkonsul der Republik Türkei vor kurzem aufgenommen.

4. In unserem Konsularbezirk leben etwa 150.00 türkische Landsleute, und ich bin gerade dabei, sie und ihre Belange kennenzulernen.

5. Auf der anderen Seite trete ich mit den deutschen Behörden in unserem Konsularbezirk in Kontakt, um die intensive Zusammenarbeit fortzuführen.

6. Ich denke, dass unser Generalkonsulat hinsichtlich der Diskussionen über Migration und Integration einen Beitrag leisten kann.

7. Denn diese Diskussion wird in Deutschland wie in ganz Europa vor allem unter dem Aspekt der „Sicherheit“ geführt.

8. Wie heute auch vom International Business Club dargelegt wurde, besteht weltweit eine große Konkurrenz in Hinblick auf qualifizierte Fachkräfte, die die Zukunft sichern.

9. Wir stellen fest, dass Europa in diesem Wettbewerb deutlich hinter Nordamerika und Australien zurückfällt.

10. Die Gründe hierfür müssen sorgfältig analysiert werden.



Sehr verehrte Gäste,

11. Die Türken bilden die größte Migrantengruppe in Deutschland. Jedoch ist seit 2006 die Zahl der türkischen Emigranten höher als die der türkischen Immigranten. Das heißt, dass jedes Jahr 7.000 türkische Landsleute Deutschland verlassen.

12. Aus dieser Perspektive betrachtet ist es unseres Erachtens erforderlich, dass die türkischstämmigen Landsleute, von denen viele seit mehr als zwanzig Jahren in diesem Land leben, Chancengleichheit erfahren.

13. Wenn wir die demographischen Trends in Deutschland betrachten, wissen wir, dass das multikulturelle Gesellschaftsmodell in den Diskussionen ein wichtiges Thema darstellt.

14. Lassen Sie uns vor Augen führen, dass heute bereits jedes dritte in Deutschland geborene Kind ausländische Wurzeln hat. In den Großstädten haben bereits mehr als die Hälfte der Grundschüler ausländische Wurzeln.

15. In diesem Zusammenhang belegt die Forschung, dass Migranten an den Hochschulen und im Arbeitsleben vielfach Vorurteilen ausgesetzt sind.

16. Dabei werden innerhalb des deutschen Bildungssystems die Schüler bereits in einem frühen Entwicklungsstadium klassifiziert.

17. In dieser Phase spielen die Eltern in Hinblick auf den Bildungserfolg ihrer Kinder eine wichtige Rolle.

18. Von Eltern wurden mir Anekdoten zugetragen, denen zufolge z.B. ein Kind, das ursprünglich als Sonderschüler eingestuft wurde, aufgrund der Bemühungen seiner Eltern heute Medizin studiert.

19. Um den Mangel an elterlicher Unterstützung zu kompensieren, wurden verschiedene Projekte ins Leben gerufen, bei denen ehrenamtliche Helfer, sogenannte „Bildungsengel“, Migrantenkindern Hilfestellung geben.

20. Ein anderes wichtiges Thema ist der muttersprachliche Unterricht. Es ist wissenschaftlich belegt, wie wichtig das Erlernen der Muttersprache ist.

21. Zuletzt wurde in Deutschland im Rahmen des KOALA-Projekts festgestellt, dass Kinder, die sowohl ihre Muttersprache als auch die deutsche Sprache lernen, später in beiden Sprachen erfolgreich sind.

22. Es ist wichtig, dass Migrantenkinder vor der Einschulung den Kindergarten besuchen. Für die Zukunft dieser Kinder ist es auch wichtig, dass sie in einer frühen Phase ihre Muttersprache erlernen.

23. In diesem Zusammenhang bin ich der Meinung, dass der Ausbau bilingualer Kindergärten und Schulen den Bildungserfolg türkischer Kinder positiv beeinflussen würde.


Sehr verehrte Gäste,

24. Der amerikanische Schriftsteller Thomas Friedmann sagt: „The world is flat“. Das heißt, dass in unserem modernen Zeitalter die Welt demjenigen offensteht, der über die erforderliche Ausbildung und genügend technisches Wissen verfügen.

25. Auf der anderen Seite heißt dies aber auch, dass infolge der zunehmenden globalen Konkurrenz der Industriestaaten unqualifizierten Arbeitskräften eine schwierige Zeit bevorsteht.

26. Und die Bedingungen werden noch schwieriger werden. Aus diesem Grund wächst die Bedeutung von Berufs- und Universitätsabschlüssen.

27. Heute sind wir hier mit Jugendlichen zusammen, die in diesem Wettbewerb erfolgreich waren. Dies erfüllt uns mit Stolz.

28. Sie erfüllen aufgrund Ihres Bildungserfolgs eine soziale Vorbildfunktion. Hierbei werden wir als Generalkonsulat jederzeit hinter Ihnen stehen.

29. In diesem Sinne möchte ich dem International Business Club zu diesem wichtigen Programm recht herzlich gratulieren und allen danken, die zu seiner Realisierung beigetragen haben.