Türkiye Cumhuriyeti

Münster Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Rede des Herrn Generalkonsul Nafi Cemal Tosyalı anlässlich des 88. Jahrestags der Gründung der Republik Türkei am 28.10.2011 im Handwerkskammerbildungszentrum Münster, 28.10.2011

Sehr geehrter Herr Regierungspräsident,
sehr geehrter Herr Polizeipräsident,
sehr geehrte Frau Prof. Nelles,
sehr geehrter Herr Rath,
sehr verehrte Gäste,
meine sehr geehrten Landsleute,

1. ich begrüße Sie recht herzlich und danke Ihnen, auch im Namen meiner Mitarbeiter, für Ihre Teilnahme an diesem Empfang anläßlich des 88. Jahrestags der Gründung der Republik Türkei - einer großen Revolution, die das Werk Atatürks war und ein beispielloses Geschenk an das türkische Volk.

2. Wir fühlen wir uns sehr geehrt und freuen uns, unseren Nationalfeiertag, der für uns sehr wichtig ist, zusammen mit unseren Landsleuten und unseren deutschen Freunden in Münster feiern zu können.

3. Zunächst möchte ich an dieser Stelle der Opfer des heftigen Erdbebens am 23. Oktober in der Türkei gedenken und den Angehörigen der Verstorbenen meine aufrichtige Anteilnahme und mein herzlichstes Beileid aussprechen. Auch möchte ich unseren deutschen Freunden für ihre Anteilnahme an dieser Katastrophe danken.

4. Sehr verehrte Gäste,
zwischen Deutschland und der Türkei bestehen sowohl in wirtschaftlicher als auch in menschlicher Hinsicht historisch sehr enge wechselseitige Beziehungen. Wir messen diesen Beziehungen große Bedeutung bei und hoffen, dass diese weiterhin ausgebaut werden.

5. Im letzten Jahr besuchte unser Ministerpräsident die Stadt Düsseldorf und unser Staatspräsident die Städte Berlin, Stuttgart und Osnabrück. Ferner waren die stellvertretenden Ministerpräsidenten Herr Bülent Arınç in Köln und Herr Bekir Bozdağ in Dortmund und München zu Gast. Diese wichtigen Besuche zeigen die vielfältigen und intensiven Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland.

6. Die Beziehung zwischen der Türkei und NRW zeichnet sich insbesondere auch dadurch aus, dass derzeit die meisten unserer Landsleute außerhalb der Türkei in Deutschland und insbesondere in NRW leben.

7. Die zugewanderten Arbeitskräfte hatten seinerzeit einen großen Anteil am Wirtschaftswunder, welches Deutschland – heute eine der großen globalen Wirtschaftsmächte – nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte. Dass sich der deutsche Staat und die deutschen Regierungen dieses Beitrags dankbar erinnern, wird von den hiesigen Migranten und ihren Heimatländern mit großer Wertschätzung aufgenommen.

8. Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass Deutschland nunmehr akzeptiert hat, ein Einwanderungsland zu sein. Die Menschen, die bis vor nicht allzu langer Zeit als Gastarbeiter bezeichnet wurden – obgleich sie sich dauerhaft niedergelassen hatten – sind heute aus dem sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und nun auch aus dem politischen Leben Deutschlands nicht mehr wegzudenken.

9. Das Jahr 2011 ist ein Meilenstein in den Beziehungen unserer beider Länder. Im diesem Jahr begehen wir den 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei. Die türkischen Landsleute der ersten und zweiten Generaton haben in den vergangenen 50 Jahren einen großen Beitrag zu der deutschen Wirtschaft geleistet. Daher ist dieser Jahrestag ein Anlass, dieses Beitrags dankbar zu gedenken.

10. Jugendliche türkischer Herkunft können in ihrer schulischen und beruflichen Ausbildung nicht von der Chancengleichheit profitieren. Die ersten Probleme ergeben sich in der Schule. So ist der Anteil der türkischen Kinder, die nach der Hauptschule das Gymnasium besucht, welches bessere Perspektiven bietet, im Vergleich zu dem Anteil deutscher Kinder wesentlich geringer. Hierzu liegen Ergebnisse aus offiziellen Studien vor. Der Kern des Problems liegt nicht darin, dass türkische Kinder angeblich über zu geringe Deutschkenntnisse verfügen. Heute geht die große Mehrheit der türkischen Kinder in den Kindergarten und erhält dort vor der Schule bereits eine gute sprachliche Grundlage.

11. Der Schulabschluss spielt bei der Entscheidung über die Berufsausbildung eine grundlegende Rolle. Das Problem der in Deutschland lebenden Türken tritt nach der Schulausbildung, bei der Berufsausbildung auf. Viele Migranten haben nach dem Abschluss größere Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche.

12. Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass - trotz der in dieser Hinsicht teilweise bestehenden Vorurteile - auch die heutige dritte und vierte Generation unserer Landsleute ihren gesellschaftlichen Beitrag leistet.

13. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von erfolgreichen Türken mit guter Bildung. Diese sollten wir als Vorbilder viel stärker in den Vordergrund rücken.

14. Im Grunde sind die Türken ein Volk, das sich leicht integriert. Dafür gibt es überall in der Welt zahlreiche Beispiele. In Hinblick auf die Integration der Türken in Deutschland ist es von großer Bedeutung, dass sie sich hier wohl und sicher fühlen und an ihre Chancengleichheit glauben.

15. Während meiner Amtszeit in Münster haben wir es uns zum Ziel gesetzt, dass es innerhalb der jungen türkischen Generation mehr Jugendliche gibt, die als Vorbild dienen. Dabei stehen die schulische Bildung und die Berufsausbildung im Vordergrund. In dieser Hinsicht arbeiten wir auch eng mit den Bürgermeistern in unserem Konsularbezirk zusammen.

16. In diesem Sinne möchte ich allen Bürgermeistern und Vertretern der Städte in unserem Konsularbezirk, den Vertretern der Bezirksregierung Münster sowie allen Vertretern der türkischen Vereine in unserem Konsularbezirk, die heute hier anwesend sind, an dieser Stelle recht herzlich für Ihre Unterstützung danken.

17. Und nun möchte ich mein Glas auf die Freundschaft und Zusammenarbeit unserer beider Länder sowie auf Ihre Gesundheit erheben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit