Rede des Herrn Generalkonsul der Republik Türkei in Münster Ahmet Faik Davaz anlässlich des Nationalfeiertags am 28. Oktober 2019

AHMET FAİK DAVAZ 28.10.2019

Rede des Herrn Generalkonsul der Republik Türkei in Münster Ahmet Faik Davaz anlässlich des Nationalfeiertags am 28. Oktober 2019
Sehr geehrte Frau Ministerialdirektorin Susanne Blasberg-Bense,
Sehr geehrter Herr Generalkonsul Şener Cebeci,
sehr verehrte Frau Anıl Gürtuna Kaya, Konsularattache der Handelsabteilung des türkischen Generalkonsulats Düsseldorf
sehr verehrte Mitglieder der türkischen Gesellschaft
sehr geehrte deutschen Freunde,
sehr verehrte Mitarbeiter unseres Generalkonsulats,
meine Damen und Herren,

ich freue mich sehr Sie mit meiner Frau Katina in diesem historischen Saal an unserem Empfang anlässlich des 96. Jahrestages der Gründung der Republik Türkei zu begrüßen. Ich heiße Sie recht herzlich willkommen.
Seit September dieses Jahres lebe ich in dieser schönen Stadt. Anlässlich dieses Empfangs zum Nationalfeiertag, den ich als Generalkonsul zum ersten Mal organisiere, möchte ich Ihnen bei dieser Gelegenheit einige meiner Überlegungen übermitteln.

Dieser historische Saal in dem der Westfälische Friedensvertrag 1648 unterzeichnet wurde, ist ein Symbol für den Übergang Europas in ein modernes Zeitalter. Der 29. Oktober 1923 hingegen steht für die Gründung einer modernen türkischen Republik, welche unter Führung von Mustafa Kemal Atatürk ausgerufen wurde. Dieser Tag steht für die Wiederherstellung eines Staates und Volkes nach einem aufopferungsvollen Befreiungskrieg, dessen Fundament auf tausende Jahre alter Geschichte und Kultur fußt.
Die Türkei macht seit ihrer Gründung mit ihrer ständig wachsenden Wirtschaft, ihrer fortschreitenden Demokratie und ihrer aktiven und humanitären Außenpolitik auf sich aufmerksam.

Das Bruttosozialprodukt der Türkei lag im Jahre 2000 bei 273 Milliarden Dollar und inzwischen hat sich dieses im Jahre 2018 auf 784 Milliarden Dollar erhöht. Damit belegt sie weltweit den 18. und in Europa den 7. Platz.

Die Türkei, die ein Mitglied in den internationalen Institutionen wie dem Europarat und der Organisation für Sicherheit und Ordnung in Europa ist, ist im Rahmen der angestrebten EU-Mitgliedschaft bemüht, ihre Demokratie auszubauen und die Menschenrechtsstandards zu erhöhen.

Ferner setzt die Türkei seit ihrer Gründung gemäß des Prinzips von Mustafa Kemal Atatürk „Friede im Lande, Friede auf der Welt“ ihren Beitrag zum internationalen Frieden und Stabilität stets fort.

Die Türkei, eines der wichtigsten Partner der NATO hat sich im Kalten Krieg gegen die Sowjetische Expansion gestellt. Heute bekämpft die Türkei mit Entschlossenheit neue Bedrohungen in ihrer Region, wie die von der Terrororganisation DAESCH gegen die Verbündete Staaten ausgeht. Als Mitglied der „Globalen Koalition gegen DAESCH“, hat die Türkei bereits mehr als 4000 DAESCH-Terroristen außer Gefecht gesetzt. In diesem Zusammenhang leistet sie ihren unmittelbaren Beitrag zur Sicherheit und Stabilität Europas.

Die Türkei, die von der Syrienkrise am stärksten betroffen ist, ist eines der Länder, die die meisten Bemühungen unternimmt, dass in der Region die Stabilität des Landes wiederhergestellt wird. Zur Zeit beherbergt die Türkei circa 4 Millionen Geflüchtete darunter 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge. Damit ist sie ein Land das weltweit die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat. Unser Land hat bis heute für die syrischen Flüchtlinge mit großer Aufopferung alles Mögliche an materiellen Hilfe geleistet und erwartet berechtigterweise von europäischen Staaten mehr Unterstützung.
Wie Ihnen schon bekannt, hat die Türkei am 9. Oktober 2019 gegen die Terrororganisationen PYD/YPG, welche Ableger der PKK sind, die „Operation Friedensquelle“ begonnen, um einerseits die nationale Sicherheit unseres Landes gegen die zunehmenden Übergriffe der Terrororganisationen in den letzten Jahren zu gewährleisten. Andererseits soll die territoriale Integrität Syriens gegen die separatistische Agenda der Terrororganisationen zur Schaffung einer autonomen Region im Nordosten Syriens gewahrt werden. In dieser Angelegenheit erwarten wir von Deutschland, entsprechend dem Geiste unseres gemeinsamen Bündnisses zu handeln und in unserem Kampf gegen den Terrorismus solidarisch mit uns zu sein.

Wie bereits bei den vorherigen Operationen „Schutzschild Euphrat“ und „Olivenzweig“, ist es das Ziel der Türkei, das Gebiet von den Terrororganisationen PYD/YPG und DAESCH zu befreien, um dort eine Sicherheitszone zu errichten, damit die syrische Bevölkerung wieder sicher und freiwillig in ihre Heimat zurückkehren kann.

Angesicht dessen möchte ich entgegen der Behauptungen der Terrororganisation betonen, dass die Operationen, die mit Unterstützung der Freien Syrischen Armee realisiert und mit größter Sorgfalt durchgeführt werden, damit die Zivilbevölkerung keinen Schaden davonträgt.
Mit der gemeinsamen Erklärung der Türkei und den USA, und dem mit Russland unterzeichneten Memorandum, wurde die „Operation Friedensquelle“ von beiden Supermächten als legitim anerkannt und somit am 22. Oktober eingestellt.
Ferner setzt sich die Türkei von Anfang an für die Beendigung des Kriegs in Syrien ein und unterstützt im Rahmen des Astana-Formats die Einberufung einer Tagung zwecks Schaffung eines neuen Verfassungsentwurfs- bzw. ausschusses für Syrien, am 30. Oktober 2019 in Genf.

Meine Damen und Herren,

auch wenn es hin und wieder zu Unstimmigkeiten kommen mag, so beruhen die deutsch-türkischen Beziehungen auf einem soliden Fundament. Hinsichtlich unserer gemeinsamen Interessen und der Zusammenarbeit in regionalen Fragen, sowie unserer intensiven Wirtschafts- und Handelsbeziehungen und unserer humanitären Beziehungen, ist es umso wichtiger, den Dialog zwischen unseren Ländern stets aufrecht zu erhalten. In diesem Zusammenhang war der Besuch des Außenministers Heiko Mass in der letzten Woche in der Türkei aufschlussreich.
Umso mehr verleihen die hierzulande mehr als 3 Millionen lebenden türkischen Bürger, der Beziehung zwischen unseren beiden Ländern, eine Besonderheit. Unsere Landsleute, die vor rund 60 Jahren nach Deutschland gekommen sind und den Wiederaufbau dieses Landes mitgeprägt haben, tragen durch die gegründeten zivilgesellschaftlichen Organisationen, zur Schaffung des sozialen Friedens in Deutschland bei. Auch möchte ich anmerken, dass durch das Mitwirken und die Bemühungen dieser Vereine und unserer Religionsbeauftragten, die Kriminalität, innerhalb der türkischen Gesellschaft einen niedrigen Stand hat.

Darüber hinaus erfüllt es uns mit Stolz, zu sehen, dass viele erfolgreiche türkische bzw. türkischstämmige Akademiker, Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker, Sportler und Künstler in Deutschland bedeutende Erfolge erzielt haben. Hierbei denke ich, dass wir weitere Beispiele hervorbringen können, wie Dilek Gürsoy, die in Deutschland den Preis „Medizinerin des Jahres 2019“ erhalten hat, weil sie als erste Frau in Europa eine vollständige Transplantation eines künstlichen Herzens durchführte.

Trotz dieser positiven Beispiele überschattet die ständige Infragestellung der Loyalität der Türken in der lokalen Presse sowie rassistisch und fremdenfeindlich motivierte Übergriffe auf türkische Unternehmen, Moscheen oder Personen und das Fortbestehen einiger diskriminierender Praktiken im Alltag das Zusammenleben. Dadurch fühlt sich die türkische Gesellschaft in Deutschland zutiefst verletzt.

Die bedauerlichen jüngsten Ereignisse, wie die Ermordung des Regierungspräsidenten von Kassel, Herrn Walter Lübcke, und die Anschläge in Halle, bei denen zwei Menschen ums Leben kamen, zeigen uns welche Dimension die rechtsradikale Bedrohung in Deutschland erreicht hat. Sie haben uns dabei auch die schrecklichen NSU-Morde an türkischen Landsleuten, ins Gedächtnis gerufen.

Ich verurteile die Anschläge in Kassel und Halle aufs Schärfste und möchte die Bedeutung eines gemeinsamen Bestrebens gegen Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Diskriminierung noch einmal bekräftigen. In diesem Zusammenhang möchte ich hervorheben, wie wichtig und notwendig es ist, gleichermaßen Reaktionen auf Angriffe auf Synagogen und Moscheen unterschiedslos zu zeigen.

Sehr geehrte Gäste,

Ich möchte der türkischen und deutschen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Politikern für ihren Beitrag zwecks Ausbau der Beziehungen zwischen unseren Ländern recht herzlich danken. In diesem Zusammenhang möchte ich anmerken, dass wir die Fortführung der Beziehungen der Städtepartnerschaften zwischen den Städten in unserem Konsularbezirk wie Castrop-Rauxel/Zonguldak,Gladbeck/Alanya,Marl-Kuşadasıund Gelsenkirchen/Büyükçekmece gerne unterstützen. Wir begrüßen auch die Bemühungen der Stadt Paderborn, die seit 2018 eine Städte- und Schulpartnerschaft mit Istanbul/Beylikdüzü anstrebt.
Außerdem möchte ich den Präsidenten, die heute Abend unter uns sind, meinen Dank zum Ausdruck bringen: Ich begrüße von der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Paderborn, Herrn Wolfgang Weigel und den Präsidenten einer der ältesten deutsch-türkischen Gesellschaften in Deutschland, die auf mehr als 100 Jahre zurückblicken kann, Herrn Dr. Ulrich Hillebrand sowie den Ehrenpräsidenten Prof. Dr. Paul Leidinger und deren Mitglieder.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich anmerken, dass wir bereit sind mit den Landesbehörden in Nordrhein-Westfalen und den Regierungsbezirken Münster und Detmold, insbesondere in Projekten, die die Weiterbildung türkischer Jugendlicher fördern, zusammenzuarbeiten und die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen stetig auszubauen.
Zum Abschluss möchte ich der Stadt Münster für die Bereitstellung dieses schönen Saals und unseren Mitarbeiter für ihre Unterstützung hier recht herzlich danken.

Mit Ihrer Erlaubnis möchte ich den letzten Teil meiner Rede auf Türkisch vortragen. Unsere deutschen Gäste können die Übersetzung meiner Rede auf dem Bildschirm mitverfolgen.

Meine sehr verehrten Landsleute,

wir Türken waren stets mit mächtigen Imperien und Staaten auf der Geschichtsbühne existent. Die Republik Türkei, deren 96. Jahrestag wir heute hier gemeinsam feiern, steht auf solidem Fundament und wird stets fortgeführt werden.
Bei dieser Gelegenheit, möchte ich dem Begründer unserer Republik, Mustafa Kemal Atatürk, seinen Gefährten und den tapferen Märtyrern, erneut meine tiefe Dankbarkeit aussprechen und mit Ehrfurcht an sie erinnern, weil sie im Kampf gegen den Terrorismus und für die Erlangung der Unabhängigkeit der Türkei ihr Leben dabei opferten.

Sehr geehrte Gäste,

wir Türken haben die Lehren der Brüderlichkeit, der Einigkeit und der Freundschaft von Yunus Emre, Ahmet Yesevi, Hacı Bayram Veli, Hacı Bektaş Veli und Mevlana übernommen, die unser Land seit Jahrhunderten als Wegweiser begleiten. „Komm nur, ja komm nur, wer immer du bist“ oder „Lasst uns einig, stark und lebendig sein“, sind die Bausteine unserer gemeinsamen Kultur.

Sie, meine sehr verehrten Landsleute, sind vor etwa 60 Jahren nach Deutschland gekommen und haben die Kultur der Toleranz Anatoliens, in das Herz Europas gebracht. Das gemeinsame Ziel von uns allen sollte es sein, den in Deutschland aufwachsenden jungen Generationen, ein Umfeld zu schaffen, indem ihnen die Möglichkeit geboten wird, neben Deutsch und Türkisch weitere Fremdsprachen gut zu beherrschen, ohne dabei ihre eigene Kultur und Werte zu verlieren. Auch sollte unser gemeinsames Bestreben sein, dass diese jungen Menschen, eine gute Ausbildung erhalten, damit sie zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft werden. Bei dieser Gelegenheit, möchte ich noch einmal allen Türkischlehrerinnen und–lehrern und den deutschen Behörden, für ihre wertvolle Unterstützung und Bemühungen, trotz aller Schwierigkeiten, recht herzlich danken.

In diesem Zusammenhang möchte ich hervorheben, wie wichtig es ist, gemeinsam an den grundlegenden Fragen zu arbeiten, die für unsere Gesellschaft von Interesse sind, insbesondere an der Bildung unserer Kinder. Auch können wir zur Entwicklung eines gemeinsamen Bewusstseins für alle humanitären Fragen, wie die globale Erwärmung und die Umweltverschmutzung, unseren Beitrag leisten.

Zu guter Letzt, möchte ich der lieben Künstlerin Beril Sun dafür danken, dass sie eigens aus Essen angereist ist, um heute Abend mit ihrer Violine einen musikalischen Beitrag zu leisten. Beril Sun ist die Enkelin des berühmten türkischen Komponisten Muammer Sun und repräsentiert seit Jahren bei der Kammerorchester Essen unser Land mit Erfolg. Wir werden gleich von Beril Sun einen deutschen und türkischen Beitrag hören, von denen ich überzeugt bin, dass sie ihnen gefallen werden.

In diesem Sinne gratuliere ich Ihnen zum Nationalfeiertag, und danke allen ausländischen Freunden, die heute mit uns diesen besonderen Tag begehen.

Atatürk

Pazartesi - Cuma

08.30 - 12:30

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24.12.2020 24.12.2020 Noel Arefesi (Yarım Gün)
25.12.2020 25.12.2020 Dini Tatil 1. Noel Günü
26.12.2020 26.12.2020 Dini Tatil (2. Noel Günü)
31.12.2020 31.12.2020 Yılbaşı (Yarım Gün)
1.1.2021 1.1.2021 Yılbaşı
2.4.2021 2.4.2021 Dini Tatil - Paskalya Arifesi (Karfreitag)
5.4.2021 5.4.2021 Dini Tatil (Paskalya)
13.5.2021 13.5.2021 Ramazan Bayramı 1. Günü
13.5.2021 13.5.2021 Dini Tatil – Hz. İsa’nın Göğe Yükselişi (Christi Himmelfahrt)
24.5.2021 24.5.2021 Dini Tatil (Küçük Paskalya)
3.6.2021 3.6.2021 Dini Tatil - Yortu Bayramı (Fronleichnam)
20.7.2021 20.7.2021 Kurban Bayramı 1. Günü
3.10.2021 3.10.2021 AFC Milli Günü
29.10.2021 29.10.2021 Cumhuriyet Bayramı
1.11.2021 1.11.2021 Dini Tatil (Alleheiligen)
24.12.2021 24.12.2021 Noel Arefesi (Yarım Gün)
25.12.2021 25.12.2021 Dini Tatil (1.Noel Günü)
26.12.2021 26.12.2021 Dini Tatil (2.Noel Günü)
31.12.2021 31.12.2021 Yılbaşı (Yarım Gün)
1.1.2022 1.1.2022 Yılbaşı